Ausstellungen

Ausstellung: RUHE! LICHT AUS!

Südlich des Bochumer Hauptbahnhofs befindet sich die Kunstkirche. Seit dem Kulturhauptstadtjahr 2010 fungiert die leer stehende Kirche – die Bänke wurden entfernt – als Ausstellungsort, an dem regelmäßig künstlerische Arbeiten gezeigt werden. Angela M. Flaig präsentierte dort Objekte aus Flugsamen, Klaus Nixdorf verspiegelte den Sakralraum und Judith Mann ließ uns durch Nebel wandern. Die Ausstellungen der Kunstkirche sind immer sehr sehenswert. So auch die am 16. Juni eröffnete Gruppenschau „RUHE! LICHT AUS!“, in deren Zentrum das Ende der deutschen Steinkohle-Ära steht. Sechzehn Künstler des bochumerkünstlerbundes haben sich mit dem Ruhrgebiet auseinandergesetzt und ihre Erinnerungen und das, was sie mit der Region verbinden, in ihre Arbeiten einfliessen lassen.

Christian Gode: „Lichtloch“, Foto: Agnes Sawer

Bereits der Aufbau der Ausstellung ruft Assoziationen an die Kohle hervor. Die meisten künstlerischen Arbeiten befinden sich in einem brikett-förmigen, schwarz angemalten Pavillon. Dort sind sie auf einzelne Kammern verteilt, die der Besucher über einen schmalen Pfad erreicht und teilweise auch betreten kann. Wie beispielsweise die Arbeit „Glückauf“ von Engels & Kraemer. Die Künstler haben in ihrer Kammer eine Betriebssirene aus den 40er Jahren installiert, deren Geräusch am Beginn und am Ende einer Schicht ertönt. Hält man sein Ohr an das Gerät, so hört man ebenfalls „Das Steigerlied“, das in gesprochener Form wiedergegeben wird. Christian Gode hat in seiner Arbeit „Lichtloch“ Himmel und Erde miteinander verbunden. Die von der Decke herabhängende und in eine Öffnung im Boden eingelassene Glühbirne trägt das Licht bis unter die Erde. Die Grenzen zwischen oben und unten, Hell und Dunkel werden aufgelöst.

Lisa Lyskava „Ewigkeitskosten“, Foto: Agnes Sawer

Die Gefahr, die von der Arbeit im Bergbau ausgeht, hat Lisa Lyskava in ihrer Installation thematisiert. Bergleute aus der Zeche „Königsborn III / IV in Bönen erzählen von dem Bewusstsein, unter Tage jederzeit tödlich verunglücken zu können. Die über dem Pavillon schwebenden weißen Papiervögel erinnern an die toten Kumpel, die nicht mehr nach Hause zurückgekehrt sind.

 

Die Ausstellung ist bis zum 29. Juli zu sehen. Öffnungszeiten sind samstags von 14 bis 17 Uhr und sonntags von 12 bis 15 Uhr. Der Eintritt ist frei.

Anschrift: Kunstkriche Christ König, Steinring 34, 44789 Bochum